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Geisterfest 2020 - Teil 4

Des Rätsels Lösung...

Dieses Wochenende hätten unsere Nachbarn aus Alfen ihr Schützenfest gefeiert und wir vom TCNB wären sonntags wieder aufmarschiert, so wie wir es seit 1999 tun. Das knapp 2000 Einwohner große Almedorf wirkt auf den ersten Blick recht beschaulich, doch zum Schützenfest packt es die Superlative aus. Weite und vor allem steile Ausmärsche bis zu 6 km Länge, sowie tropische Temperaturen sind hier keine Seltenheit - da kommt man als Musiker schon mal an seine körperlichen Grenzen. So könnte Alfen eigentlich auch für "Anstengende, Lange, Fußmärsche, Extremer, Nachhaltigkeit" stehen, denn Tage später spürst Du Deine wunden Zehen noch :-) Aber Spaß bei Seite: Für uns liegen die Feierlichkeiten in Alfen immer zwischen unserem eigenen Schützenfest und den drei Tagen in Paderborn. Man befindet sich also irgendwie noch in der Regenerationphase und gleichzeitig in der mentalen Vorbereitung auf das nächste Marathonwochenende, sodass der Großteil unseres Clubs fast immer zeitig nach dem offiziellen Teil verschwunden ist. Dabei sind in der Ortschaft hinterm Hellenberg schon zahlreiche lustige Geschichten passiert. Neben humorvollen Spaziergängen in den späten Abendstunden Richtung Heimat, die von dem ein oder anderen Ausfallschritt ins Gebüsch geprägt waren, erinnere ich mich konkret an Folgendes: Es muss in den 2000-Jahren gewesen sein. Vom TCNB hatten wir eine kleine Kombo von 4-6 Leuten, die montags nochmal die nahegelegenen Schützenfeste mit dem Rad besuchte. Neben Wewer und Kirchborchen gehörte auch Alfen dazu. Nach den ersten Bieren an der Theke wurden wir an den Königstisch gewunken, wo mit Markus Hüster eines unserer passiven Mitglieder im Hofstaat war. Just als wir saßen wurde ein Pott Bowle an den Tisch gebracht und wir sollten uns bedienen. Als auch die Hofgesellschaft die Gläser füllen wollte wurde aber zum Eröffnungstanz des Festballs gerufen und wir saßen quasi allein vor dem Früchteeintopf. Es tat sich dann so zu: Die Tanzkapelle spielte derart viele Klassiker, sodass die Leute vergaßen zurück an die Tische zu gehen und in eins durchtanzten. Nach gefühlt einer Stunde kamen Königspaar und Hofstaat zurück an den Tisch und schauten uns verdutzt an, denn bis auf ein Stückchen labbriger Pfirsich war nichts mehr im Bowlepott drin. Sorry, aber wir sollten uns ja bedienen. Doch es sollte noch besser kommen. Gegen Mitternacht stand für uns die Heimreise an und den Schlüssel ins Fahrradschloss gesteckt, die Hiobsbotschaft: "Abgebrochen!" Was nun??? Forsch ging es zur Theke, wo wir den Wirt auf eine Armlänge ran riefen: "Könnte ich wohl mal eine Eisensäge haben?" fragte ich freundlich, aber er guckte nur verdutzt, was montagnachts auf einem Schützenfest verständlich ist. Die Geschichte glaubte er dann aber und half uns aus, jedoch nur gegen den Pfand von Handy und Personalausweis. Nach fünf Minuten war die Sache erledigt und wir konnten losradeln. An den Treppen zum Almeradweg dann der nächste Clou: Klar ist man angetrunken mutiger als sonst, aber dass man im Halbdunkeln noch die Treppen runter fahren muss bleibt fragwürdig. Einer unserer Drahtesel überstand es nicht und der Rahmen bog sich komplett ineinander. So dauerte der eigentlich 10-minütige Heimweg einen Moment länger als erwartet. Vielleicht waren diese beiden Missgeschicke aber auch die Rache für den geleerten Bowlepott [Leg Dich nie mit der Hofgesellschaft an :-)] - Eine Geschichte, die definitiv in Erinnerung bleibt! Es sind diese kleinen Erlebnisse, von denen es in Alfen zahlreiche im Laufe der Jahre gab und die dem Fest im Nachbardorf den gewissen Charme verleihen. Wir hoffen für die nächsten Jahre auf weitere bunte Begebenheiten und wünschen den Almedörflern, im Rahmen der Möglichkeiten, ein schönes Wochenende. Bis dahin, Euer TCNB!