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Das "Wecken" 2020

Genießt das Ausschlafen, wir kommen wieder...

Vor zehn Tagen, unserem Schützenfestwochenende in Nordborchen, haben wir Euch bereits mit dem Zapfenstreich, á la social distancing, versorgt. Unsere Vereinsmitglieder konnten, via whatsapp, am Sonntag noch dem "Preußens Gloria" und montags unserem Weckruf lauschen (siehe Filme). Der Weckruf ist bei uns in Nordborchen etwas ganz Besonderes, auch wenn einige Ortsansässige das nicht nachvollziehen können und schon mal wütend aus dem Fenster gestikulieren - aber Schützenfest ist halt nur ein Mal im Jahr; da muss man dann mal durch. Der Ruf wird auch nur das eine Mal im Jahr für einige Leute im Dorf gespielt. Dazu gehört ein Teil unserer Vereinsmitglieder, der König mit seinem Hofstaat, der Vorstand der Schützen, ein paar ehrenwerte Gönner unseres Clubs und natürlich, nicht zu vergessen, die Frauen unserer Aktiven, die ihren Männern, gerade in der Schützenfestsaison, den Rücken frei halten. Zum Dank für diese Ehrerbringung gibt es oft eine Zuwen-dung, um den Morgen und den restlichen Tag gut zu über-stehen. Früher, quasi bei unseren Vereinsgründern, und der darauf folgenden Generation war das Posthorn, neben der Flöte, das zweite Instrument, das es zu beherrschen galt. So wurde auf den Ausmärschen auch immer wieder der "Hornmarsch", ein Wechselspiel zwischen den Hörnern und Trommeln, gespielt. Doch die nachfolgenden Generationen fanden immer weniger Interesse daran auch das Horn, mit seinen sieben Tönen, zu erlernen. So verstaubt der Hornmarsch bis heute in den Annalen. Was geblieben ist und das der Tradition zu Liebe ist der Weckruf, den aktuell sechs Personen aus unserem Kreis sich auf die Fahne geschrieben haben. Für uns als Flötisten ist es schon eine Umgewöhnung von unserem Mundstück auf das Blechblasmundstück umzusteigen und bei den ersten Proben im Jahr sind dicke Lippen garantiert - ganz ohne Botox :-) Auch ist es montagsfrüh, nach bereits zwei anstrengenden Feiertagen, nicht immer einfach die passenden Töne zu finden und das dann rund dreißig Mal - es rutscht dann auch mal der ein oder andere schiefe Ton heraus, der die Situation aber meistens aufheitert und dazu beiträgt, dass diese paar Stunden zu den lustigsten am ganzen Wochenende zählen. So sind wir froh, dass in den letzten Jahren auch immer mal wieder jemand aus unserem Bläserchor den Weg um 04:30 Uhr zu uns findet und mit seinem Können den Weckruf bereichert. Aber auch wir geben unser Möglichstes und wie so oft im Leben zählt der Wille manchmal mehr, als die Perfektion. Bleibt zu hoffen, dass sich auch in Zukunft weiterhin Leute für dieses Instrument finden lassen, damit eine bisher 93-jährige Tradition erhalten bleibt. Und nun viel Spaß mit dem Weckruf-2020 des TCNB, natürlich über den Dächern Nordborchens.