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zum Tambourcorps Nordborchen 1927 e. V.

Königspaar 1934: Joseph Voßmann und Gertrud Düsing


Bevor es in Nordborchen ein Tambourcorps gab, führten der Tambourmajor Fritz Habig und der Trommler Kasper Koch den Schützenzug an.
Im Jahre 1927 versammelten sich entschlossene Schützenbrüder mit der Absicht, ein Tambourcorps zu gründen. Zunächst versuchten sie, den ausgeliehenen Instrumenten im Gartenhäuschen des Parks der damaligen Landfrauenschule erste Töne zu entlocken. Besprechungen wurden geführt und nicht zuletzt bereiteten die Kosten dieses Unterfangens einige Sorgen. Unmittelbar wandten sie sich an den Kommandeur des 18. Infanterieregiments in Paderborn mit der Bitte, einen Trommler und einen Pfeifer für die Ausbildung eines Tambourcorps in Nordborchen abzustellen. Der Bitte wurde stattgegeben und das Proben begann in der Kriegerhalle. Die Ausbilder kamen mit dem Zug und übten unter Einhaltung militärischer Disziplin Griff für Griff, Marsch für Marsch ein. Als Aufwandsentschädigung bekamen sie 4 Reichsmark und man leerte anschließend in der Gaststätte Berlage noch 1-2 Stiefel Bier, welche die Mitglieder dieser musizierenden Gruppe reihum bezahlten.
Zum Ausbilder der Flöten wurde Hermann Urban ernannt; für die Trommelausbildung in den Folgejahren erklärte sich Willi Koch bereit. Tambourmajor und 1. Vorsitzender wurde Wilhelm Voßmann.

Königspaar 1932: Wilhelm Koch (Bild) und Franziska Schreckenberg


Der erste öffentliche Auftritt erfolgte in Tudorf anlässlich eines Sängertreffens. Hier wurde erstmals das Wechselspiel mit einer Blaskapelle geübt. Zum Schützenfest im Jahre 1928 traten sie in Nordborchen auf und fanden nicht nur bei der heimischen Bevölkerung, sondern auch in den Nachbargemeinden große Anerkennung. Für das folgende Jahr lag eine Einladung für das Schützenfest in Alfen auf dem Tisch, die sie dankend annahmen. Im Jahr darauf spielten sie auch in Kirchborchen. Als die Feuerwehr gegründet wurde ( 1932 ), trat das Tambourcorps geschlossen bei, beschränkte sich aber bei der Ausübung des Dienstes auf die musikalischen Darbietungen an Festtagen. Im selben Jahr stellte das Tambourcorps mit Wilhelm Koch erstmals den Schützenkönig. Josef Voßmann ( Bülte ) war es 1934, der die Spielleute erneut jubeln ließ und die Schützenriege anführte. Für die Auftritte an den 3 Schützenfesttagen erhielten die Musiker vom Schützenverein 120 Reichsmark, wovon 3 Reichsmark für jedes Vereinsmitglieds als Schützenbeitrag abgezogen wurden. Der Kriegerverein stellte als Entgelt die vereinseigene Kriegerhalle zur Verfügung. Eine durch den 2. Weltkrieg verursachte Zwangspause unterbrach für 10 Jahre das Vereinsgeschehen.....

Königspaar 1955: Bernhard Voß und Josefa Risse

1948 trafen sich die aus dem Krieg heimgekehrten Vereinsmitglieder in der Stellmacherei Anton Rubarth. Nach einjähriger Probe konnten die Trommlerfreude zum ersten Nachkriegsschützenfest 1949 bereits wieder mit guten musikalischen Leistungen aufwarten. 1955 wurde dann zum dritten Male ein Blaurock des Tambourcorps Schützenkönig. Bernhard Voß sicherte sich in diesem Jahr die Königswürde.
Nach 35 Jahren als Tambourmajor und 1. Vorsitzendergab Wilhelm Voßmann, im Jahr 1962, das Amt an seinen Sohn Joseph ab ( dieser reichte den Stab 1965 bereits an Hermann Koch weiter ) und wurde zum Ehrentambourmajor ernannt.
Immer mehr junge Leute interessierten sich für diesen Verein, der viele wichtige Feste mitgestaltete und den kameradschaftlichen Zusammenhalt pflegte. In Gemeinschaftsarbeit erbaute sich das Tambourcorps 1967 eine eigene Vereinshütte für die Geselligkeitspflege. In diesem Jahr wurde das 40-jährige Bestehen in der Gaststätte Amedieck gefeiert.
Im Jahr 1970 entschloss man sich eine vereinseigene Chronik anzulegen, um wichtige Geschehnisse und Jahresrückblicke für die Nachwelt festzuhalten. 1976 traten 25 Jugendliche dem Verein bei, so dass das Tambourcorps zu seinem 50-jährigen Bestehen 1977 stolze 42 aktive Mitglieder verzeichnen konnte. Im gleichen Jahr trat das Tambourcorps dem Deutschen Volksmusikerbund bei und ließ sich als Verein eintragen.
Die 80er Jahre standen im Zeichen der Aus- und Weiterbildung. Gerade die jugendlichen Mitglieder wurden von den beiden Ausbildern Ernst Meyer ( Flöte ) und Anton Wessel ( Trommel ) musikalisch auf die Zukunft eingestimmt. Erst genannter übernahm, im Jahr 1981, das Amt des Tambourmajors, ehe er 1985 auch die Nachfolge des 1. Vorsitzenden von Hermann Koch antrat, welcher seine Posten nach 16 ( Tambourmajor ), bzw. 20 Jahren ( 1. Vorsitzender ) abgab.

Königspaar 1987: Johannes und Birgit Bracke


Im Jubeljahr 1987 stellte das Tambourcorps mit Johannes Bracke nicht nur den König, sondern auch die komplette Hofgesellschaft beim Schützenfest. 1991 zeichneten sich grundlegende Veränderungen im Tambourcorps ab. Alle aktiven Spielleute kamen zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammen und berieten sich über das weitere musikalische Vorgehen. Der damalige Vorsitzende Ernst Meyer wollte seine Kameraden von der Idee überzeugen, sich auf ein anderes musikalisches Niveau zu begeben und die D-Lehrgänge des Volksmusikerbundes zu besuchen. Nach ausgelassener Diskussion kam die Versammlung zu dem positiven Entschluss, dass alle aktiven Mitglieder den D1-Lehrgang des Volksmusikerbundes absolvieren müssen. Im März 1992 bestanden alle angetretenen Musiker die D1-Prüfung des Volksmusikerbundes mit guten und sehr guten Ergebnissen. Aufgrund dieser Ausbildung wurden in den folgenden Jahren viele schöne und melodische Musikstücke geprobt und der Grundstock für die weitere musikalische Entwicklung gelegt. So bespielte man unter anderem 1993 auch erstmals das Schützenfest in Paderborn, bei der Western-Kompanie.

Königspaar 1997: Frank und Birgit Gockel


Nachdem Ernst Meyer 1992 bereits den Tambourstab an Frank Gockel weitergereicht hatte, stellte er bei der Generalversammlung im Januar 1995 sein Amt als 1.Vorsitzenden nach jahrzehntelanger Vorstandsarbeit zur Verfügung. Die Versammlung wählte Werner Roeren zum neuen Vorsitzenden dessen erste Amtshandlung darin bestand, Ernst Meyer aufgrund seiner außerordentlichen Verdienste zum ersten Ehrenvorsitzenden des Tambourcorps zu ernennen. Im Jubeljahr 1997 stellte das Tambourcorps mit Frank Gockel bereits zum 5. Mal den Schützenkönig und die komplette Hofgesellschaft beim Schützenfest.

Die Spieltätigkeit dehnte sich in den Folgejahren weiter aus. Im Jahr 2000 zog sich der bisherige musikalische Leiter Frank Gockel aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit von der Probenleitung zurück. Die Probe wurde fortan von Michael Neugebauer geleitet.

Königspaar 2002: Werner und Ulrike Roeren


Im Januar 2002 übernahm Michael Neugebauer auch den Tambourstab von Frank Gockel, nach 10.jähriger Tätigkeit, und präsentierte nun im 75. Jubeljahr den Verein als Tambourmajor. Beim Vogelschießen 2002 gelang es wieder einmal einem Trommler die Königswürde zu erringen. Diesmal war es der erste Vorsitzende Werner Roeren. Der Hofstaat wurde ebenfalls aus den Reihen des Tambourcorps gestellt, so dass die Schützen beim Schützenfest den kompletten Hof in Trommleruniformen bejubeln konnten. Nach über zweijähriger Ausbildung konnten im Jahr 2004, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte, drei junge Mädchen ihr Können beim Schützenfest unter Beweis stellen.

Bilder vom 75-jährigen Jubiläum (Bitte das Bild anklicken)

Im Jahr 2007 trat Werner Roeren, nach 12 Jahren im Amt, als 1. Vorsitzender zurück und übergab den Posten an Andreas Rensing, der mit 21 Jahren jüngster Vorsitzender der Vereinsgeschichte wurde. Auch Frank Gockel, 2. Vorsitzender, übergab sein Amt, nach jahrelanger Vorstandsarbeit, an Dirk Gockel.

Zum Vogelschießen 2009 schafften die Trommler ein weiteres Neauvum in ihrer Geschichte. Erstmals stellte das Tambourcorps alle Prinzen für das anliegende Schützenfest (Michael Neugebauer errang das Zepter, Uwe Gockel den Apfel und Frank Gockel entriss dem stolzen Adler die Krone). Die Schützengemeinde sprach schon von nem „Blauen Wunder“, doch zum Königsschuss hatte es dann doch nicht mehr gereicht.

Zur Jahreshauptversammlung 2010 wurde dem Spielmann Hermann Koch große Ehre zu Teil. Aufgrund seiner über 20-jährigen Tätigkeit als 1. Vorsitzender und Tambourmajor ernannte ihn die Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden. Er ist nun die 2. Person, in der über 80-jährigen Vereinsgeschichte, dem diese Ehrung zugesprochen wurde.

Bei der Jahreshauptversammlung 2011 ernannten die Mitglieder des Tambourcorps Nordborchen Anton Wessel ebenfalls zum Ehrenmitglied. Anton Wessel stand dem Vorstand 13 Jahre als Kassierer zur Verfügung, bildete 24 Jahre den Nachwuchs der Trommler aus und agierte 16 Jahre als stellvertretender Tambourmajor, im Wechsel mit Ernst Meyer. Mit diesem bildete er zudem die Flötisten und Trommler des Spielmannszuges Alfen aus, als dieser gegründet wurde. Er trug maßgeblich dazu bei, dass das Tambourcorps, nicht nur in Nordborchen, zu einer festen musikalischen Größe wurde und verfolgte jeher dessen Ziele.

Ziele:
Seit seiner Gründung im Jahr 1927 hat es sich das Tambourcorps Nordborchen 1927 e.V. zur Aufgabe gemacht:

  • Kameradschaft und Freundschaften zu pflegen
  • Generationen zu verbinden
  • aktive Jugendarbeit zu betreiben
  • ein höheres musikalisches Niveau zu erreichen

Zur Zeit (2010) weist der Verein folgenden Mitgliederstand auf:

Gesamt: 136 Mitglieder

Aktive: 45 Mitglieder
Ausbildung:
6 Mitglieder
Passive:
85 Mitglieder